WissensNacht Ruhr

„Das Ruhrgebiet wird noch nicht als Region mit vielfältigen Chancen gesehen. Das soll sich mit dem ‚Zukunftszeichen Ruhr‘ ändern.“

Bis zum 31. August haben Kreative noch Zeit, ihre Ideen beim Wettbewerb "Zukunftszeichen Ruhr" einzureichen. In der Zwischenzeit stellen wir Ihnen die beiden Veranstalter des Wettbewerbs, den Regionalverband Ruhr (RVR) und die Stiftung Mercator, etwas genauer vor. Den Anfang machte der RVR als ausschreibende Organisation. Die Stiftung Mercator wiederum fördert den Ideenwettbewerb.

Die Stiftung Mercator ist eine private, unabhängige Stiftung, die national wie international tätig ist. Beheimatet ist sie in Essen, weswegen sie sich dem Ruhrgebiet besonders verpflichtet fühlt. Stiftungszweck ist die Förderung einer Gesellschaft, die sich durch Weltoffenheit, Solidarität und Chancengleichheit auszeichnet. Dabei konzentriert sie sich darauf, Europa zu stärken, den Bildungserfolg benachteiligter Kinder und Jugendlicher - insbesondere mit Migrationshintergrund - zu erhöhen, die Qualität und die Wirkung kultureller Bildung zu verbessern, den Klimaschutz voranzutreiben und die Wissenschaft zu fördern. Ihre Ziele verfolgt sie, indem sie eigene Projekte entwickelt, Partnergesellschaften und Projektpartner fördert und dabei mit Institutionen im In- und Ausland kooperiert.

Warum sich die Stiftung Mercator für den Ideenwettbewerb "Zukunftszeichen Ruhr" einsetzt - darüber haben wir mit dem Projektverantwortlichen Dr. Oliver Döhrmann gesprochen.

Herr Dr. Döhrmann, wie ist die Idee zum Ideenwettbewerb "Zukunftszeichen Ruhr" entstanden?
Bei uns im Haus gab es immer wieder Diskussionen und Überlegungen, wie sich die rasante Entwicklung des Ruhrgebiets von einer Montanregion hin zu einer modernen Wissens- und Wissenschaftsregion nach außen hin darstellen lässt. Zuletzt geschah dies besonders intensiv in unserem Projekt "Global Young Faculty", mit dem wir Nachwuchswissenschaftler des Ruhrgebiets fördern. Eine Arbeitsgruppe dieses Projekts hat sich intensiv mit dem Ruhrgebiet selbst auseinandergesetzt. Sie kam zu dem Schluss, dass die Region nicht nur die Erinnerung an ihre montanindustrielle Vergangenheit pflegen sollte, sondern sich vor allem darauf besinnen muss, welche Stärken und Ressourcen sie hat, um die Zukunft erfolgreich zu gestalten. Die Wissenschaftseinrichtungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Doch trotz ihrer Vielfältigkeit und Bedeutung für die Region werden sie von der breiten Bevölkerung kaum wahrgenommen.
So kam die Idee eines "Zukunftszeichens" auf, also einer konkreten, im öffentlichen Raum sichtbaren "Markierung" dieser und weiterer "Zukunftseinrichtungen". Gleichzeitig waren wir uns darüber im Klaren, dass der Erfolg eines solchen "Zukunftszeichens" stark von seiner Qualität abhängen würde. Dies war der Ausgangspunkt, um mit weiteren Partnern, insbesondere dem Regionalverband Ruhr, über die Umsetzung eines entsprechenden Ideenwettbewerbs "Zukunftszeichen Ruhr" zu sprechen. 

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Wettbewerb?
Der Wettbewerb ist eingebettet in unser Engagement für das Ruhrgebiet. Ein Ziel dieses Engagements ist, "einen kooperativen und vor allem leistungsfähigen Bildungs- und Wissenschaftsraum Ruhr mit gleichen Chancen für alle aktiv mitzugestalten." Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass das Ruhrgebiet sowohl in seiner Eigen- als auch in der Fremdwahrnehmung noch nicht als Region mit vielfältigen Chancen gesehen wird, die sie eigentlich ist. Stattdessen dominieren nicht zuletzt auch in den Medien oft die - fraglos gravierenden - Herausforderungen, vor denen das Ruhrgebiet steht.
Wir hoffen, dass der Ideenwettbewerb "Zukunftszeichen Ruhr" dem entgegenwirken kann. Wir wünschen uns, dass der Wettbewerb und die Idee als solches viele Menschen inspiriert und begeistert und so dazu beiträgt, dass die Menschen optimistisch und mit Freude auf die Zukunft des Ruhrgebiets blicken.

Dr. Oliver Döhrmann Foto: Simon Bierwald

Projektpartner